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Landkreis Göppingen - Arbeitslosigkeit im August saisonbedingt gestiegen

29.08.2019 10:08 Uhr

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Göppingen; Kerstin Fickus:

Arbeitslosigkeit im August saisonbedingt gestiegen
15 918 Frauen und Männer waren arbeitslos gemeldet / Arbeitslosenquote steigt auf 3,5 Prozent/ 10 339 gemeldete offene Arbeitsstellen

Auf dem Arbeitsmarkt in der Region nahm die Zahl arbeitsloser Menschen im Sommermonat August wie erwartet weiter zu. Insgesamt waren 15 918 Frauen und Männer ohne Arbeit. Das ist ein Plus im Vergleich zu Juli um 1 162 Personen oder 7,9 Prozent. Gegenüber August 2018 waren 1 046 Menschen mehr arbeitslos gemeldet (plus 7,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, stieg auf 3,5 Prozent (August 2018: 3,4 Prozent).

„Die Arbeitslosigkeit ist im vergangenen Monat wie auch im restlichen Baden-Württemberg saisonbedingt gestiegen“, sagt Thekla Schlör, Leiterin der Göppinger Arbeitsagentur, deren Bezirk die Landkreise Esslingen und Göppingen umfasst. Ein Anstieg zeigte sich bei allen Personengruppen. Den mit Abstand stärksten gab es bei unter 25-Jährigen – wie jedes Jahr in der Ferien- und Urlaubszeit. Aber auch bei älteren Arbeitnehmern, Ausländern und Langzeitarbeitslosen gab es ein Plus. Es meldeten sich auch vermehrt Personen arbeitslos, die vorher sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren und durch ihre Beitragszahlungen einen Anspruch auf Arbeitslosengeld erworben haben.

Neben der Jahreszeit ließ auch die schwächelnde Konjunktur in Teilen desArbeitsmarktes die Zahlen steigen: „Auftragsrückgang im Maschinenbau und strukturelle Veränderungen in der Automobilbranche führen dazu, dass Unternehmen Stellenausschreibungen stornieren und Mitarbeiter mit befristeten Verträgen oder aus der Zeitarbeit keine Vertragsverlängerungen erhalten/“, so Schlör. In der Dienstleistungsbranche, im Handwerk, im Handel und in den sozialen Berufen gibt es weiter großen Personalbedarf. Hier sind und bleiben gute Mitarbeiter Mangelware. Neben den genannten jahreszeitlichen und konjunkturellen Gründen wurden seit April durch die Jobcenter statistische Daten bereinigt. Auch dies trägt zum Anstieg bei.

Von allen Arbeitslosen im Agenturbezirk gehörten 7 575 Personen der Arbeitslosenversicherung an und wurden von der Arbeitsagentur betreut.

8 343 Personen waren in der Grundsicherung gemeldet und wurden von den Jobcentern in den beiden Landkreisen Esslingen und Göppingen betreut.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den beiden Landkreisen:

Landkreis Göppingen:
Im Landkreis Göppingen waren im August insgesamt 5 458 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 446 mehr (plus 8,9 Prozent) als im Juli, und 392 (plus 7,7 Prozent) mehr als im Vorjahr.
Der Landkreis Göppingen verzeichnete eine Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent (Geschäftsstelle in Göppingen: 3,8 Prozent; Geschäftsstelle in Geislingen: 3,8 Prozent). Im Vorjahr lag sie bei 3,6 Prozent.

Landkreis Esslingen:
Im Landkreis Esslingen waren im August insgesamt 10 460 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 716 Personen oder 7,3 Prozent mehr als im Juli, und 654 (plus 6,7 Prozent) mehr als im Vorjahr.
Die Arbeitslosenquote betrug 3,4 Prozent (Esslingen: 3,7 Prozent; Kirchheim: 3,6 Prozent; Leinfelden-Echterdingen: 2,7 Prozent und Nürtingen: 3,3 Prozent).
Im August 2018 lag sie bei 3,3 Prozent.


Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei den Personengruppen:
- Im August waren 340 Jugendliche unter 20 Jahren arbeitslos gemeldet. Das waren 120 Personen oder 54,5 Prozent mehr als vor einem Monat, und neun Personen oder 2,7 Prozent mehr als vor einem Jahr.

- Bei den jungen Menschen unter 25 Jahren waren es 1 886 Arbeitslose, 403 oder 27,2 Prozent mehr als im Vormonat, und 128 Personen oder 7,3 Prozent mehr als im August 2018.
Die Zahl der 50-jährigen und älteren Arbeitslosen_ist im Vergleich zu Juli um 155 (plus 3,0 Prozent) auf 5 270 Personen gestiegen. Das waren 303 Personen oder 6,1 Prozent mehr als im August 2018.

- 3 752 Menschen waren im August seit mindestens einem Jahr bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern arbeitslos gemeldet und galten damit als langzeitarbeitslos. Das waren 94 Personen (plus 2,6 Prozent) mehr als im Vormonat, aber 154 (minus 3,9 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.

- Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen nahm um 24 Personen (plus 2,8 Prozent) zu und lag bei 895 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 19 schwerbehinderte Menschen mehr arbeitslos gemeldet (plus 2,2 Prozent).



Unterbeschäftigung (Erläuterung siehe unten):
Die Unterbeschäftigung, die neben der Zahl der Arbeitslosen auch Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist gegenüber dem Vormonat um 604 Personen (plus 2,9 Prozent) gestiegen. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im August bei 21 317 Personen. Das waren 1 166 (plus 5,8 Prozent) mehr als vor einem Jahr.


Angebot an Arbeitsstellen:
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen waren im August 10 339 Stellen beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und der Jobcenter zur Besetzung gemeldet. Gegenüber Juli ist das ein Rückgang um vier Stellen (die Veränderung wirkt sich prozentual nicht aus). Im Vergleich zum Vorjahr gab es 2 001 Stellen (minus 16,2 Prozent) weniger. Insgesamt wurden 3 062 Stellen neu gemeldet. Das waren 606 (plus 24,7 Prozent) mehr als im Juli, und 66 (plus 2,2 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.


Ausbildungsstellenmarkt:
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres wurden 5 957 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 2,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Bewerberzahlen sind mit 4 795 3,8 Prozent niedriger als im Vorjahr. „Nächste Woche beginnt das neue Ausbildungsjahr. Für die meisten Ausbildungsverhältnisse bedeutet das, dass die Verträge unterschrieben sind. Noch sind aber Ausbildungsplätze frei und Kurzentschlossene können auch noch einige Wochen nach dem klassischen Ausbildungsbeginn mit der Ausbildung starten“, erklärt Schlör und ermuntert Ausbildungssuchende, sich auch jetzt noch auf die zahlreichen und interessanten Ausbildungsplätze zu bewerben.



Unterbeschäftigung:
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftlich bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

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