Kurznews
Göppingen - Wiedereröffnung der Barbarossa-Thermen

26.09.2019 14:56 Uhr

Pressemitteilung EVF; Soja Paunowa:

Die Barbarossa-Thermen ab 01. Oktober wieder geöffnet

Die Barbarossa-Thermen präsentieren sich mit neuem Gesicht und moderner Ausstrahlung. Vor allem in der Badearena gibt es Neuigkeiten. 13 Millionen Euro hat die Stadt Göppingen in die Sanierung und Modernisierung der Barbarossa-Thermen investiert.

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des ehemaligen Stadtbads ist gesetzt: Nach exakt 18 Monaten Bauzeit ist die „Attraktivierung und Neugestaltung“, wie das Projekt schon zu Planungszeiten betitelt wurde, geschafft.
Die Arbeiten zum Umbau und der Attraktivierung der Barbarossa-Thermen begannen am
03. April 2018 direkt nach den Osterfeiertagen.

„Da sehr umfangreiche Arbeiten anstehen, müssen wir früh im Jahr beginnen, damit die Beckenanlagen und der Sanitärbereich zum Beginn des Schuljahres 2018/19 rechtzeitig für den Schulbetrieb wieder zur Verfügung stehen“, erklärte vor reichlich eineinhalb Jahren Dr. Martin Bernhart, Werkleiter der Stadtwerke Göppingen zu Beginn der umfassenden Sanierung.

Gemäß dem aufgestellten Bauzeitenplan wurden im ersten Bauabschnitt die Fliesen des Schwimmer- und Nichtschwimmerbeckens entfernt. Dabei wurde die tiefliegende „Wiesbadener- Rinne“, die bisher der Ableitung des Beckenwassers diente, als Überlaufrinne an den oberen Rand des Schwimmbeckens verlegt. Durch diese Maßnahme zeigt sich die Schwimmhalle jetzt attraktiv aufgestellt. Die Becken wurden parallel für die Aufnahme der neuen Edelstahlbecken vorbereitet. Damit die statische Funktion des Stahlbetons der Becken noch über Jahre gesichert werden kann, mussten aufwendige Maßnahmen zum kathodischen Korrosionsschutz ergriffen werden. Abschließend wurden Zug um Zug die Edelstahlbecken eingebaut. Auf die Einhaltung der Längenmaße des Schwimmbeckens (25+0,01m), die für den Wettbewerbssport notwendig sind, wurde dabei besonders geachtet.

Kurz nach Schulbeginn wurden die Arbeiten an den Becken und den sanitären Einrichtungen am 1. Oktober 2018 abgeschlossen und waren für den Badebetrieb wieder verfügbar. Das war ein großer Teilerfolg des Projekts. Diese erste Zielerreichung lag allen Verantwortlichen seitens der Stadtwerke, der Stadtverwaltung Göppingen und dem Gemeinderat sowie den Bauplanern und Bauschaffenden besonders am Herzen.

Die für die Besucher aus baurechtlichen Gründen gesperrte Tribüne samt dem darunterliegenden Sanitärbereich und die Umkleideräume wurden im Jahr 2018 parallel zu den Arbeiten an den Becken abgerissen. Der Sanitärbereich wurde umgehend wiederhergestellt. Ab Ende des Jahres 2018 wurden dann die Arbeiten am neuen Rohbau für den Eingang- und Umkleidebereich begonnen, der zusammen mit dem vergrößerten Eltern-Kind-Bereich bis zum Frühsommer errichtet und bis zum Herbst 2019 vollständig ausgebaut war.

Für eine Übergangszeit wurde auf dem Parkplatz der Barbarossa-Thermen der Umkleidebereich als Provisorium in Containerform errichtet.
Der Sauna-Wellness-Bereich blieb während der Umbauarbeiten in Betrieb. Lediglich die Öffnungszeiten wurden leicht verändert.
Für all diese Maßnahmen, die teilweise mit erheblichen Einschränkungen verbunden waren, gab es über die gesamte Zeit der Umbaumaßnahmen hinweg ein großes Verständnis seitens der Besucher und Badegäste der Barbarossa-Thermen.

Nach den umfangreichen Sanierungsarbeiten ist nunmehr eine moderne Badearena entstanden mit einem neuen und großzügigen Umkleidebereich, hell gestalteten Sanitäranlagen und vielen weiteren Neuerungen, die für noch mehr Badespaß sorgen sollen. Die Zahl der Umkleideschränke stieg von 338 auf 550 – früher musste der Einlass an starken Tagen gestoppt werden, weil es einfach keine Umkleiden mehr gegeben hatte. Durch den kompletten Neubau des Bereichs sind nun größere Sammelumkleiden vorhanden und auch Familien haben in eigenen Kabinen mehr Platz für den Kleiderwechsel.

Neuer Eingangsbereich

Schon vom Parkplatz aus kann man sehen: Das Gebäude hat sich verändert und der Eingang ist etwas verlagert worden. Durch die Gebäudeerweiterung wurde eine größere Fläche für den Eingangs- und Kassenbereich geschaffen – und gleichzeitig auch der Kind-Eltern-Bereich vergrößert. Um diesen Flächenzuwachs zu realisieren wurde auch der Teil abgerissen, an dem sich die in vergangenen Zeiten beliebte Milchbar befand – seit Jahren standen die Räume leer und wurden deshalb nichtmehr benötigt.

Im Eingangsbereich sind zudem Büros für die Mitarbeiter der Stadtwerke entstanden, die modern ausgestattet sind und kurze Wege zu den „Einsatzorten“ sicherstellen. Ebenfalls hier zu finden sind neue Lagerflächen, in denen Schulen und Gruppen ihr Equipment unterstellen können.

Übrigens: Für die beliebten Snack- und Eisautomaten haben die Planer im kleinen Foyer freilich auch Platz gelassen – direkt neben dem Automaten, an dem man sich seine Eintrittskarte lösen kann. „Wir haben jetzt ein neues Kassensystem. Die bisherigen Papiertickets sind durch wiederverwertbare Kunststoffkarten im Scheckkartenformat ersetzt“, berichtet Cornelia Trefz von den Stadtwerken. Zudem könne man am Automaten künftig per EC- und Kreditkarte bezahlen. Mit dem Eintrittsticket wird dann wie gewohnt das Drehkreuz passiert. Natürlich ist das Team der Stadtwerke nach wie vor für persönliche Fragen da.
Neuer Kind-Eltern-Bereich
Durch die Umgestaltung des Eingangsbereichs wurde das Gebäude etwas verlängert und so ist mehr Platz für den neuen Kind-Eltern-Bereich entstanden. Hell und freundlich durch eine große Glasfassade ist er geworden – und fast doppelt so groß wie zuvor.
Galerie statt Tribüne

Beim Betreten der Badearena fallen sofort die neuen Materialien auf, die verwendet wurden: Fächer in edler Holzoptik, Fliesen in modernem Sandfarben – und viele Kleinigkeiten mehr. Was man ebenfalls sofort sieht: Die Tribüne fehlt. Dort, wo in den 1960er und 1970er-Jahren das Publikum den Wettkämpfern im Becken zugejubelt hat, ist heute eine großzügig gestaltete Galerie mit Liegen und Tischen. Hier kann man sich bei einer Badepause zurückziehen – und hat von hier aus fast die ganze Badearena im Blick. Hinter dem ebenfalls sanierten Sprungturm ist das Erlebnisbecken zu sehen, das nach wie vor vorhanden ist. Dieser Teil der Barbarossa-Thermen wurde erst vor zehn Jahren angebaut und ist mit dem Wasserpilz und den Massage- und Erlebnissprudlern vor allem auch bei den jüngeren Badegästen sehr beliebt. In diesen Bereich gehört auch das Café Balance, das mit seinem Imbiss nach wie vor für den kleinen Hunger und Durst zwischendurch für die Badegäste bereitsteht – auch hier bleibt alles beim Bewährten. Die bei allen Generationen beliebte 57 Meter lange Rutsche sorgt auch in Zukunft für großen Badespaß.
Neue Edelstahlbecken
Nach den vielen Eindrücken in der neuen Badearena sieht man eine Besonderheit vielleicht erst auf den zweiten Blick: Es gibt im Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken keinen Höhenunterschied zwischen Wasserfläche und Beckenrand mehr. Mit einer der Hauptgründe des Sanierungsprojekts in den Barbarossa-Thermen waren die Becken, deren Stahlbeton in die Jahre gekommen war und ertüchtigt werden musste. In diesem Zuge wurden moderne Edelstahlbecken eingebaut und entsprechend so geplant, dass es keine Höhendifferenzen zwischen Wasseroberfläche und Fliesenumgebung mehr gibt. Schwimm-Wettkämpfe können ohne Probleme ausgerichtet werden, Rekorde werden anerkannt: Das Schwimmerbecken ist exakt 25 Meter lang und entspricht somit den Standards der Sportverbände. Doch die Barbarossa- Thermen sollen weder ein reines Sport-Bad noch ein reines Spaßbad sein. Sondern: „Ein sportliches Familienbad“, wie es Dr. Martin Bernhart, Leiter der Göppinger Stadtwerke zusammenfasst.
Kosten

Spitzenreiter sind die Kosten für die Betonsanierung von Becken und Gebäudeteilen in Höhe von ca. 2 Mio. €, gefolgt von den Kosten für den Abriss, Aushub und Rohbau mit 1,7 Mio. €. Elektro- und Blitzschutzarbeiten schlugen mit 0,9 Mio. € zu Buche, die Edelstahlbecken mit 0,6 Mio. €. Die restlichen Gewerke und Leistungen lagen jeweils mehr oder weniger deutlich unter 0,5 Mio. €. Nach dem derzeitigen Kenntnistand werden die Stadtwerke, trotz einiger unvorhersehbarer Zusatzmaßnahmen, wie bspw. die Entsorgung von belastetem Aushub oder einer räumlich begrenzten Asbestsanierung im Technikbereich, den Kostenrahmen von ca. 13. Mio. € für die Gesamtmaßnahme einhalten.

„Bei der Projektsumme von 13 Mio. € war die Transparenz bezüglich des Zeit- und Kostenplans für uns immer das oberste Gebot. Insbesondere auch deshalb, weil die öffentliche Hand für das Projekt aufkommt“, verweist Dr.-Ing. Martin Bernhart auf die ehernen Prinzipien aller Beteiligten. Natürlich war der Gemeinderat und der Veraltungs- und Finanzausschuss der Stadt Göppingen jederzeit Herr des Verfahrens. Die Vergabe der Aufträge lief ausschließlich über diese Gremien, die damit schon von Hause aus eng in das Projekt eingebunden waren. Um eine noch höhere Transparenz in den Zeitablauf und die Kostenstruktur zu bringen, berichtete die Leitung der Stadtwerke regelmäßig den Stand des Projekts bis zur letzte Woche kontinuierlich in jeder Sitzung dieser Gremien. Das heißt im 14-tägigen Rhythmus wurde der jeweilige Sachstand vorgetragen.

Ergänzend wurde zu Projektbeginn auf der Homepage der Barbarossa-Thermen ein separater Bereich eingerichtet, in dem der interessierte Bürger eine Vielzahl von Informationen zum Projekt sowie die Dokumentation über den Fortgang der Arbeiten und den jeweiligen aktuellen Stand auch jetzt noch finden kann.

Dank und Anerkennung

Die schwierigste Aufgabe während der gesamten Zeit der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen innerhalb eines solch‘ komplexen Bauablaufs war die Taktung der Handwerker im Zusammenspiel der Einzelgewerke. Moderner ausgedrückt würde man das „Das Clearing aller Schnittstellen“ nennen.

Bauzeitenpläne helfen wenig, wenn sich durch Schwierigkeiten verschiedener Art Verzögerungen ergeben. Bei Arbeiten im Bestand muss immer mit Mehrarbeit gerechnet werden. Teilweise fehlen aber die versprochenen Ressourcen oder auch mal Material. In diesen Fällen muss auf der Baustelle intelligent improvisiert werden. Die Sprachbarriere ist von Fall zu Fall mit ausgefeilter „Gebärdensprache“ zusätzlich zu überwinden.

Um verlorene Zeit aufzuholen, wurde den Firmen von Anfang an angeboten, dass nach behördlicher Genehmigung auch an Wochenenden oder nachts gearbeitet werden darf. Dies wurde von den Firmen gerne angenommen und findet Anerkennung und unser großes Lob. Nur über diese „Freiwilligkeit“ konnten die geplanten Termine zur Wiederinbetriebnahme nach den beiden Bauabschnitten überhaupt eingehalten werden.

Eine besondere Feststellung ist Dr.-Ing. Martin Bernhart abschließend wichtig: „Wir haben in der gesamten bisherigen Bauzeit, trotz zum Teil höchst gefährlicher Arbeiten im Bestand, keinen Arbeitsunfall und keine Beanstandungen seitens der Arbeitssicherheit!“

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