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Landkreis Göppingen - Kreis-SPD beschließt Resolution zur Industriepolitik im Landkreis Göppingen

02.12.2019 11:04 Uhr

Pressemitteilung SPD Kreisverband Göppingen:

Kreis-SPD beschließt Resolution zur Industriepolitik im Landkreis Göppingen: „Das Filstal muss Produktionsstandort bleiben“

Bei der Kreisdelegiertenkonferenz in Rechberghausen haben sich die Sozialdemokraten mit der aktuellen wirtschaftlichen Situation im Filstal befasst. WMF-Betriebsrat Jürgen Peters und IHK-Geschäftsführer Gernot Imgart eröffneten dazu spannende Perspektiven aus der Praxis. „Uns ist wichtig, unseren Industriestandort Göppingen zu stärken und zu zeigen, dass die SPD im Kreis Göppingen solidarisch an der Seite aller Beschäftigten steht“, betonte SPD-Kreisvorsitzende Sabrina Hartmann. Die Delegierten haben auch eine Resolution zur Industriepolitik verabschiedet.

Es müsse noch mehr darüber gesprochen werden, „wie wir unseren Industriestandort Göppingen für die Zukunft stärken können“, hob Hartmann mit Blick auf den Strukturwandel in der Industrie hervor.  Schließlich seien auch im Filstal zahlreiche Beschäftigte von den Veränderungen betroffen – und manche Unternehmen haben bereits angekündigt, Stellen abzubauen. „Es kommt jetzt mehr denn je darauf an, in unseren Standort zu investieren.

Hierzu gehört auch die Förderung von Existenzgründungen, Investitionen in die Infrastruktur, berufliche Bildung und berufliche Schulzentren im Landkreis und eine Komplettabdeckung im Mobilfunk im 5G-Standard“, sagt Hartmann. Zudem könne und müsse die schwächere Konjunktur genutzt werden, um den Fachkräften Weiterbildung zu ermöglichen, damit sie sich heute auf die Arbeit von morgen vorbereiten.

Der Göppinger Landtagsabgeordnete und Wirtschaftsexperte Peter Hofelich hob hervor, dass es jetzt wichtig sei alles dafür zu tun, damit das Filstalt ein Produktionsstandort bleibt. Mit Tradition und Innovation könne der Wandel auch vor Ort viele Chancen eröffnen, betonte Hofelich mit Blick auf das Potenzial vor Ort. „Ich appelliere an Unternehmen, auch bei abflauender Konjunktur nicht zuerst Arbeitsplätze abzubauen, sondern zuerst andere Instrumente auszuschöpfen.“

Der Strukturwandel könne nur gemeinsam mit der Kfz-Industrie gelingen – und nicht gegen sie. Gernot Imgart, leitender Geschäftsführer der IHK-Bezirkskammer Göppingen, erläuterte anhand des aktuellen Konjunkturberichts der IHK die aktuelle Lage der Unternehmen. Er bekräftigte als Impuls für die Diskussion auch, dass die duale Ausbildung gestärkt werden müsse und dass es Gewerbeflächen brauche, wenn es wieder mehr darum gehen müsse, neue Unternehmen zu gewinnen.

WMF-Betriebsrat Jürgen Peters berichtete, dass der Amerikanische Investor KKR die WMF für 600 Millionen Euro gekauft und keine vier Jahre später an die französische SEB Group für fast 1,7 Mrd. weiterverkauft hatte – auch unter Ausnutzung von Steuerschlupflöächern. Damit der Ausverkauf der deutschen Wirtschaft nicht vollkommen stattfinde, müsse die Politik die Rahmenbedingungen dafür ändern, so Jürgen Peters.

Der neue Investor SEB möchte nun wie der Vorgänger 400 Arbeitsplätze abbauen, obwohl die WMF zehn Prozent Rendite erwirtschaftet und kein Sanierungsfall sei. Es sollen gar 20 Prozent Personalkosten eingespart werden. Für die Ausbildung heißt das sieben Azubis weniger pro Jahr. „Wenn aber jetzt die geburtenstarken Jahrgänge in den nächsten Jahren in Rente gehen, müssten wir heute mehr ausbilden, damit es nicht zu einem Fachkräftemangel kommt und die WMF die Fachkräfte hat, wenn die Konjunktur wieder deutlich an Fahrt gewinnt“, betonte der Betriebsrat.

In der einstimmig beschlossenen Resolution fordern die Sozialdemokraten deshalb „Solidarität mit den Beschäftigten“ und politische Weichenstellungen für die Zukunft. „Bevor Arbeitsplätze vor Ort abgebaut werden, müssen erst alle anderen Maßnahmen geprüft werden. Unser Ziel ist es deshalb, mit innovativen Zukunftskonzepten sichere Arbeitsplätze zu erhalten – dazu müssen wir uns ehrlich fragen, ob das vergangene Jahrzehnt mit sehr guter Konjunktur ausreichend genutzt wurde, um für die Zukunft vorzusorgen“, betont die Resolution.

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