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Göppingen/Geislingen - ALB FILS KLINIKEN mit neuem Zukunfts- und Standortkonzept

11.09.2020 09:36 Uhr

ALB FILS KLINIKEN mit neuem Zukunfts- und Standortkonzept:

Umfassende Information und Kommunikation angekündigt - Kreistag befasst sich am 2. Oktober

Mit einem Zukunfts- und Standortkonzept für die ALB FILS KLINIKEN GmbH wird sich der Kreistag auf einer Sondersitzung am 2. Oktober befassen. Das haben der Medizinische Geschäftsführer Dr. Ingo Hüttner und der Göppinger Landrat und Aufsichtsratsvorsitzende der ALB FILS KLINIKEN GmbH Edgar Wolff bestätigt. „Wenn wir auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten den Bürgerinnen und Bürgern eine Krankenversorgung auf höchstem medizinischen Niveau bieten wollen, müssen wir jetzt über umfassende Veränderungen reden – Veränderungen, die insbesondere auf die Helfenstein Klinik zukommen werden“, macht Wolff deutlich. „Das fällt mir persönlich sehr schwer und das ist erst recht für die Beschäftigten und die Bürgerinnen und Bürger in und um Geislingen sicher mit vielen Sorgen und Bedenken verbunden. Wir sehen in Geschäftsführung und Aufsichtsrat die ganz besondere Sensibilität dieses Themas. In einem umfassenden Informations- und Diskussionsprozess werden wir deutlich machen, warum wir uns dennoch zum Handeln gezwungen sehen und, dass das Konzept zwar umfassende Veränderungen für den Standort Geislingen, aber auch Zukunftschancen beinhaltet“, so der Landrat.

In den letzten Jahren haben sich vor allem die bundespolitischen Rahmenbedingungen für alle Krankenhäuser erheblich verändert. Strukturvorgaben wie die Pflegepersonaluntergrenzen, die Mindestmengenregelung, das MDK-Reformgesetz und die nun diskutierte Einrichtung von Integrierten Notfallzentren an ausgewählten Kliniken erschweren allen Kliniken und insbesondere kleinen Klinikstandorten den täglichen Betrieb. Der in den letzten Jahren festzustellende Trend zur Ambulantisierung in der Medizin führt zudem zu einer deutlich rückläufigen Entwicklung im stationären Bereich. Dies sind nur einige der Punkte, die auch die ALB FILS KLINIKEN vor große, zusätzliche Herausforderungen stellen. Ein weiterer immer deutlicher spürbarer und belastender Faktor ist der Fachkräftemangel. Erschwerend hinzu kommt in den nächsten Jahren das Ausscheiden von Chefärzten sowie der hohe Sanierungsbedarf am Standort Geislingen.

Zur Stabilisierung des Standorts Geislingen hatte der Landkreis u.a. 2013 ein Gesundheitszentrum errichtet. 2015 hat die damalige Geschäftsführung ein Medizinkonzept präsentiert und ist davon ausgegangen, das Leistungsangebot an beiden Standorten umfassend aufrechterhalten zu können. So entsprach das auch der klaren kreispolitischen Zielsetzung: Eine Klinik mit zwei Standorten in kommunaler Hand.

„Die Annahmen, die damals gemacht wurden, sind leider durch die neuen Gesetze und Reformen im Gesundheitssystem längst überholt“, betont Dr. Ingo Hüttner, Medizinischer Geschäftsführer der ALB FILS KLINIKEN. Daher wurde im letzten Jahr eine Analyse und Prognose durch den renommierten Krankenhausexperten Prof. Boris Augurzky erstellt, die dringenden Handlungsbedarf feststellt. In der Folge hat sich eine Gruppe von Führungskräften aus Ärzteschaft, Pflege und Administration mit einer zukunftsfähigen Neuausrichtung für die ALB FILS KLINIKEN befasst. „Wir haben die Situation umfassend analysiert und alle Handlungsmöglichkeiten geprüft. Uns war wichtig, dass das Konzept von innen heraus entwickelt wird. Auch die Chefärzte und weitere Vertreter der Helfenstein Klinik haben aktiv daran mitgewirkt“, betont Hüttner.

Der Aufsichtsrat habe sich u.a. im Rahmen einer Klausurtagung und weiteren Sitzungen intensiv mit der Neuausrichtung des Geislinger Standortes befasst. „Bei einem so zentralen und bedeutenden Thema ist mir wichtig, jetzt eine umfassende Diskussion zu führen und alle Beteiligten einzubinden. Deshalb wurde ein Kommunikationskonzept erarbeitet, das u.a. Mitarbeiterinformationen, Beratungen in den Kreistagsfraktionen, im Klinikenbeirat, im Geislinger Gemeinderat, in der Bürgermeisterversammlung und insbesondere in einer Bürgerversammlung vorsieht. Erst im November sei dann eine Entscheidung im Aufsichtsrat und im Kreistag vorgesehen.

Das von der Führungsgruppe erarbeitete Zielkonzept sieht eine Zentralisierung der stationären Versorgung in der Klinik am Eichert vor. In Geislingen wird ein Gesundheitscampus entstehen, der die heutigen Angebote im bestehenden Ärztehaus und im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) an der Helfenstein Klinik deutlich erweitert. Schon heute arbeiten dort niedergelassene Ärzte nahezu aller Fachrichtungen, Physiotherapeuten und andere medizinische Dienstleister im ambulanten Sektor. Der Gesundheitscampus ergänzt darüber hinaus das medizinische Portfolio mit einer umfassenden Notfallversorgung, einer stationären Kurzliegerstation, einer voll ausgestatteten klinischen Notaufnahme mit Überwachungsmöglichkeiten sowie einer Palliativeinheit. Somit entsteht ein umfangreiches medizinisches Angebot mit wohnortnaher Gesundheitsversorgung für die Geislinger Bevölkerung.

„Wir wollen den Standort Geislingen zukunftsfähig weiterentwickeln und etwas beständiges Neues schaffen. Wichtig ist mir, dass der Geislinger Standort ein wesentlicher Bestandteil der Gesundheitsversorgung im Landkreis bleibt“, so Landrat Wolff.

„Patienten im Landkreis werden weiterhin in den ALB FILS KLINIKEN von allen Möglichkeiten der modernen Medizin profitieren. Das kann weiterhin in Geislingen oder Göppingen der Fall sein und hängt vom individuellen Krankheitsbild ab. Bereits heute werden komplexere Erkrankungen und einige akute Notfälle wie z.B. Herzinfarkte in Göppingen versorgt,“ unterstreicht Dr. Ingo Hüttner. Er kündigte an, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umfassende Gespräche zu führen. „Wir wollen und brauchen alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in Zukunft“, so der Medizinische Geschäftsführer. Zum jetzigen Zeitpunkt geht die Kliniken-GmbH davon aus, dass keine betriebsbedingten Kündigungen notwendig sein werden.

„Wenn der Kreistag dies beschließt, werden einige Veränderungen auf uns zukommen. Schon jetzt versichern wir, es geht ausdrücklich nicht darum, die Helfenstein Klinik zu schließen, sondern ganz im Gegenteil, ein Angebot zu schaffen, das langfristig die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung durch die ALB FILS KLINIKEN sichern soll“, betont Landrat Edgar Wolff.

(Quelle: ALB FILS KLINIKEN)

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