Kurznews
Geislingen - AOK-Geschäftsführung und Geislingens Oberbürgermeister im Gespräch

13.04.2021 10:54 Uhr

*Die Herausforderungen sind vergleichbar*

*Geschäftsführung der AOK Neckar-Fils im Gespräch mit **Geislingens Oberbürgermeister Frank Dehmer*

*Die Erfordernisse der Corona-Pandemie und das damit einhergehende Verantwortungsbewusstsein brachten es mit sich, dass ein Kennenlerngespräch zwischen Geislingens Oberbürgermeister Frank Dehmer und der Geschäftsführung der AOK Neckar-Fils, Heike Kallfass und Janice Weber, vor wenigen Tagen in Form einer Videokonferenz stattfand. Im Zentrum des intensiven Austauschs standen die vielschichtigen Aspekte der Pandemie, aber auch Fragen rund um Wirtschaft, Finanzen und das Gesundheitswesen. Dabei wurde deutlich, dass es in dieser außergewöhnlichen Zeit sowohl für eine Kommune als auch eine Krankenkasse durchaus vergleichbare Herausforderungen gibt.

„Wir haben großartige und sehr engagierte städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einen tollen Job machen“, zeigte sich Geislingens Oberbürgermeister Frank Dehmer gleich zu Beginn des Gesprächs überzeugt. Er erinnerte daran, dass die Große Kreisstadt aktuell nicht nur die sich beinahe täglich ändernden Aufgabenstellungen der Pandemie zu meistern hat, sondern – nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt im Jahr 2014 – auch die konkreten Auswirkungen der Flüchtlingskrise stemmen musste. In der Gesamtbetrachtung unruhige Jahre für das Mittelzentrum im Südosten der Region.

„Das Management der Krisen funktioniert bis heute vor allem deshalb, weil es in der Stadt ein ausgeprägtes Wir-Gefühl gibt“, so Dehmer. Sein Lob dehnte Geislingens Stadtoberhaupt folgerichtig auch auf die zahlreichen ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürger aus. So seien im Zuge der Pandemie beispielsweise völlig neue Versorgungsstrukturen entstanden, die sich unter anderem im Rahmen der Nachbarschaftshilfe erkennen ließen. Einkäufe würden übernommen, Hunde ausgeführt und viele weitere Erledigungen realisiert, wenn die Nachbarin aufgrund von Quarantänebeschränkungen das Haus nicht verlassen darf, oder das gesundheitliche Risiko für den betagten Nachbarn schlichtweg zu hoch wäre.
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*Heike Kallfass und Janice Weber lobten ebenfalls ihre Kolleginnen und Kollegen: „Wir verstehen uns in der AOK Bezirksdirektion Neckar-Fils als aktiver Dienstleister, Impulsgeber und Partner für unsere Versicherten“, sagte Heike Kallfass. Das gelte vor dem Hintergrund der Pandemie mehr denn je, schließlich sei die Gesundheit das höchste Gut.*

*Um diesem Anspruch jedoch auch in Zukunft in idealer Weise gerecht werden zu können, mahnen die Geschäftsführerinnen ein Umdenken des Bundes in Bezug auf ordnungspolitische Eingriffe in die Finanzautonomie der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) als dringend erforderlich an.
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*Sie skizzierten gegenüber Geislingens Oberbürgermeister, dass aufgrund der aktuellen Gesetzeslage allein in diesem Jahr mehr als ein Milliarde Euro an Beiträgen von Versicherten und Arbeitgebern aus Baden-Württemberg abfließen werden. „Der Staat muss seine politischen Versprechen, die zu einem großen Teil in keinerlei Zusammenhang mit der Pandemie stehen, jedoch selbst finanzieren“, unterstrich die stellvertretende Geschäftsführerin Janice Weber insbesondere mit Blick auf die Sozialgarantie 2021, die eine Stabilisierung der Sozialbeiträge bei maximal 40 % vorsieht.*

*Finanzielle Fragen treiben auch Frank Dehmer um: „Wir haben in Geislingen viel vor, dafür muss aber der städtische Haushalt stimmen. Zurzeit ist es aufgrund der Pandemie schwer vorhersagbar, wie sich die Dinge entwickeln. Ich sehe einen großen Druck, der auf dem Einzelhandel aber auch Gastronomie und anderen Wirtschaftsbereichen lastet. Dort und auch in der Industrie lässt sich die Anzahl möglicher Insolvenzen und damit die Folgen für unsere Gesellschaft und Stadt kaum abschätzen.“

Die AOK-Geschäftsführerinnen bestätigen diese Einschätzung: „Eine Insolvenzwelle in der Region kann nicht ausgeschlossen werden.“ Tag für Tag verliere die AOK Baden-Württemberg Einnahmen, die den Versicherten mittelfristig nicht mehr für Gesundheitsangebote zur Verfügung stünden. „Verpflichtende Mehrausgaben im Rahmen versicherungsfremder Leistungen, die Berlin auf den Weg gebracht hat, verschärfen die Situation zusätzlich“, bekräftigen Heike Kallfass und Janice Weber unisono.
Trotz dieser Herausforderungen haben alle drei ihren Optimismus nicht verloren: Corona werde überwunden, und das nächste gemeinsame Gespräch müsse dann auch nicht mehr als Videokonferenz organisiert werden.
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(Quelle: AOK - Die Gesundheitskasse)

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