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Göppingen - Nach dem Klimathon ist vor dem Klimathon

28.07.2021 11:18 Uhr

42,195 Tage gemeinsam für mehr Klimagerechtigkeit: ein kleines Resümee
Nach dem Klimathon ist vor dem Klimathon

Vom 5. Juni bis 17. Juli fand der Erste Göppinger Klimathon statt. Am vergangenen Freitag traf sich das ehrenamtliche Orga-Team, um den Wettbewerb zu evaluieren, die erfolgreiche Durchführung zu feiern und sich kennen zu lernen. Denn viele Klimathon-Engagierte kannten sich vor dem Wettbewerb noch nicht und die Vorbereitungen des Wettbewerbs waren hauptsächlich Online gelaufen.

Ein Drittel des 40köpfigen Orga-Teams konnte im Garten der Oberhofengemeinde ein hauptsächlich positives Resümee ziehen: Der Klimathon, mit dem Ziel, die Stadtgesellschaft für mehr Klimagerechtigkeit zu sensibilisieren, hat sich gelohnt! Oder wie eine ehrenamtlich Engagierte formuliert: „Viele motivierte Menschen stellen etwas Tolles in kürzester Zeit (Anm.: innerhalb von 4 Monaten) auf die Beine - Klimathon.“ In Zahlen sieht das folgendermaßen aus:

Erster Göppinger Klimathon in Zahlen
- Mitdenken: durch die App „klimakompass“
382 aktive NutzerInnen haben die kostenfreie App „klimakompass“ des Startup-Unternehmens Worldwatchers installiert und 4.920 Klima-Challenges im Alltag absolviert, unter anderem, die Berechnung ihres individuellen Fußabdrucks. Besonders erfreulich: Mehr als die Hälfte der NutzerInnen waren Studierende von der Hochschule Esslingen (97) beziehungsweise SchülerInnen der 14 teilnehmenden Schulen (132). Das heißt im Umkehrschluss jedoch auch: Die Bevölkerung der Stadtgesellschaft, insbesondere den Stadtbezirken, sowie Mitarbeitende der Stadtverwaltung war noch ausbaufähig.

- Mitdenken: auf den sechs Klimawanderungen.

6 Klimawanderungen wurden in den 7 Stadtbezirken angeboten: die Filseckrunde in Faurndau, die Jubiläumswege in Bartenbach und Bezgenriet, der Friedenslinde-Weg in Holzheim, die Schlössertour in Jebenhausen und die Stauferrunde in Hohenstaufen/ Maitis. Auf jeder Wanderung wurden in regelmäßiger Distanz Infotäfelchen zu unterschiedlichen Themenbereichen des Klimawandels aufgehängt, um beim Wandern zu inspirieren. Es ist schwierig zu evaluieren, wie viele WandererInnen die Täfelchen lasen. Doch allein die Tatsache, dass die 10. Klasse des Hohenstaufen-Gymnasiums sowie die KonfirmandInnen der Oberhofengemeinde sich anboten, die Inhalte der Täfelchen zu erstellen, mobilisierte schon über 30 junge Menschen.

-  Mitmachen: bei den 20 Aktionen

20 vielfältige Aktionen (Online und analog) zu den Themenbereichen Mobilität, Ernährung, Wohnen, Digitales Leben, Shopping/ Konsum sowie Freizeit/ Urlaub und ein finaler Cleanup-Tag wurden durchgeführt. Rund 1.000 Mal wurde das Anmeldeformular aufgerufen und rund 150 BürgerInnen meldeten sich zu den Veranstaltungen insgesamt an; pro Veranstaltung gingen zwischen 10 und 30 Anmeldungen ein. Über rund 30 Kooperationspartner/-innen vom ADFC über die Jugendkulturtage, Stadtbezirke, Energieagentur des Landkreises, nachhaltige Modemarken, Gastro-Betriebe, Parents for Future, die Allianz für Beteiligung, den Projektgruppen der Agenda 2030, etc. wurden gewonnen - das kann sich sehen lassen und auf dieses Klima-Netzwerk lässt sich für weitere Aktionen aufbauen! Auch die Präsenz und Unterstützung der Verwaltungsspitze, insbesondere beim Startschuss am 5. Juni durch OB Alex Maier und BBMin Eva Noller sowie Abschluss und Cleanup-Tag am 17. Juli durch EBMin Almut Cobet, waren wichtig.

- Öffentlichkeitsarbeit

2.030 ZufallsbürgerInnen wurden Ende Mai von OB Alex Maier angeschrieben und per Flyer zur Teilnahme am Klimathon eingeladen, der GEPPO berichtete wöchentlich mit ganzseitigen Mitteilungen zu den unterschiedlichen Themenbereichen, die Social Media-Kanäle der Stadt (Instagram, Facebook) posteten mehrfach pro Woche Hinweise, die lokale Presse sowie Radio fips machten ebenfalls Werbung, sogar das swr3 kommentierte den Startschuss. Mehr Öffentlichkeitsarbeit geht immer (zum Beispiel hätten noch Plakate und Banner aufgehängt werden können), aber das ehrenamtliche Orga-Team ist angesichts seiner Kapazitäten und der kurzen Zeit der Vorbereitung mit der Sichtbarkeit des Events zufrieden.

Nach dem Klimathon ist vor dem Klimathon

Die anwesenden Mitglieder des Klimathon-Teams persönlich haben viele Lernerfahrungen machen dürfen wie zum Beispiel „Es motiviert mit Gleichgesinnten Aktionen zu machen.“, aber auch „Es ist schwierig, andere Leute für Klimathemen zu sensibilisieren.“
Bei der Evaluierung waren sich die Klima-Engagierten einig: Der Klimathon war hoffentlich eine Initialzündung für weiteres Engagement bei Klimaschutz und Klimagerechtigkeit in Göppingen. Denn schließlich wird der Klimawandel uns die nächsten Jahrzehnte begleiten und wirksames, schnelles Handeln auf allen Ebenen, weltweit, ist notwendig, um das Ziel des Pariser Abkommens „die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf „deutlich unter“ zwei Grad Celsius zu begrenzen mit Anstrengungen für eine Beschränkung auf 1,5 Grad Celsius“ zu erreichen. Denn nur so können katastrophale Auswirkungen wie Hunger, Flächenbrand, Hitzetode, sterbende Meere, Klimakonflikte und weitere global begrenzt werden, die überproportional Menschen im Globalen Süden treffen werden, welche am wenigsten zum Klimawandel beitragen.
Einige weiterführende Ideen und Aktionen stehen bereits im Raum: zum Beispiel verstärkte Bemühungen bei der Teilnahme am bundesweiten Wattbewerb (Erhöhung der installierten Photovoltaik-Kapazität in Kommunen), am World Clean Up-Tag am 18. September, an der globalen Demonstration von Friday for Future am 24. September (auch in Göppingen), Aufbau eines Nachhaltigkeits-Netzwerks der Göppinger Schulen, etc
Gut trifft sich auch, dass auf Landkreisebene in nächster Zeit das Integrierte Klimaschutzkonzept fortgeschrieben werden soll. Schon jetzt kann man sich auf der Plattform „TEAM KLIMA“ den Bemühungen des Landkreises anschließen: www.team-klima.de

Gesucht: Klimaschutzbeauftragte/r
Ebenfalls passend zum Thema und zur Stärkung der Göppinger Bemühungen für mehr Klimaschutz und Klimasolidarität ist aktuell und noch bis zum 8. August die neue Stelle des/der Klimaschutzbeauftragten ausgeschrieben, gerne kann auf sie aufmerksam gemacht werden. Die Details sind im Stellenportal der Stadt Göppingen zu erfahren.

Weitere Informationen inklusive Fotos zum Ersten Göppinger Klimathon findet man auf dem Blog der Homepage der Göppinger Agenda 2030.

Bei Interesse an den Aktivitäten kann Kontakt zu Isabel Glaser, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik aufgenommen werden unter iglaser@goeppingen.de oder 07161 650-5270

(Quelle & Bild: Stadt Göppingen)

 

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