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Region - IHK Göppingen hat in den vergagenen 3 Jahren schon mehr als 460 Flüchtlinge betreut

04.07.2019 16:25 Uhr

Pressemitteilung IHK Region Stuttgart Bezirkskammer Göppingen; Gernot Imgart:

Zwischenbilanz: Integration durch Lehre
IHK-Bezirkskammer Göppingen hat in den vergangenen drei Jahren schon mehr als 460 Flüchtlinge betreut

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bezirkskammer Göppingen berät und vermittelt seit März 2016 im Rahmen eines vom Land geförderten Kümmerer-Projekts speziell junge Flüchtlinge. Ziel ist es, sie in Praktika, Einstiegsqualifikationen oder in eine Ausbildung zu vermitteln und damit Integration aktiv zu gestalten. Nun zieht die Göppinger IHK eine vorläufige Bilanz: 465 Jugendliche und junge Erwachsene sind seither betreut worden. Im Jahr 2019 konnte das Projekt bereits acht Ausbildungsverträge abschließen sowie 20 Praktika vermitteln. „Auch drei Jahre nach Projektstart wird die Beratung durch uns nach wie vor sehr stark nachgefragt“, berichtet die IHK-Projektmitarbeiterin Andrea Orgis. Offiziell heißt das Projekt „Integration durch Ausbildung – Perspektiven für Flüchtlinge“. Es richtet sich derzeit an junge Geflüchtete mit Bleibeperspektive. Ab dem Jahr 2020 soll eine Öffnung auch für Zugewanderte aus EU- und Drittstaaten erfolgen. Damit würde die Göppinger Beratungsstelle bei der IHK auch als Schnittstelle für ausländische Fachkräfte zu Unternehmen und Institutionen in Industrie, Handel, Dienstleistung, Handwerk und Pflege dienen.

Individuelle Betreuung der Geflüchteten
Derzeit steht in Göppingen die IHK-Mitarbeiterin Orgis mit rund 220 Projektteilnehmern im ständigen Kontakt. Viele lassen sich mehrmals beraten oder werden intensiv begleitet, vor allem in Fragen der Zeugnisanerkennung und Sprachförderung. Auch bei der Kontaktaufnahme zu Unternehmen inklusive Begleitung zu Vorstellungsgesprächen wird geholfen. Aus Sicht der Unternehmen stellt vor allem eine unsichere Bleibeperspektive oder auch drohende Abschiebung ein Problem dar. Im Zuge der letzten Ausbildungsmesse in Göppingen hatten zudem zehn Geflüchtete die Gelegenheit genutzt, sich auf Basis ihrer beruflichen und sprachlichen Profile den anwesenden Unternehmen zu präsentieren. Zwei Ausbildungssuchende konnten so ein Praktikum anbahnen und vier weitere ihre Bewerbungsunterlagen den Betrieben zukommen lassen. Neben diesen besonderen Aktionen zur beruflichen Integration von Geflüchteten entwickelt sich das Projekt aber auch stetig weiter. So melden sich zurzeit vermehrt Frauen mit Fluchthintergrund, die Interesse an einer Ausbildung haben. Da diese zudem oft Kinder betreuen müssen, wird die Suche nach einer Ausbildungsmöglichkeit zu einer echten Herausforderung. „Gerade hier kann eine Ausbildung in Teilzeit eine sinnvolle Alternative sein. Vorausgesetzt wir finden Unternehmen, die bereit sind hier entsprechende Angebote zu machen. Rein rechtlich spricht da nichts dagegen“, sagt Dr. Uwe Schwab, Referatsleiter Berufsbildung. Selbstverständlich erhalten solche Unternehmen die volle Unterstützung der IHK-Bezirkskammer in Göppingen.

An der Motivation fehlt es selten
An der Motivation und dem praktischen Geschick mangelt es nach Einschätzung von Orgis selten. Schwierig wird es hingegen oft bei der berufsbezogenen Sprache. Hier stoßen zahlreiche Projektteilnehmer an ihre Grenzen. Geflüchtete, die am Kümmerer-Programm teilnehmen wollen, sollten laut Orgis mindestens sechs Jahre Schulbildung sowie das Sprachniveau B1, besser noch B2 vorweisen können. Wer sich beraten lassen will sollte vorab einen Termin vereinbaren. Die Beratungen dauern in der Regel eine Stunde und finden auch mehrmals statt, bis es zu einer Vermittlung in Ausbildung kommt. Mindestens acht Beratungen pro Bewerber sind die Regel. Als Einstieg in die berufliche Qualifizierung kann in Abstimmung mit der Agentur für Arbeit ein sechs bis zwölf monatiges Praktikum vorangestellt werden, die sogenannte Einstiegsqualifizierung. Diese dient, sozusagen als Ausbildung auf Probe dazu, dass schon erste berufliche Kompetenzen erworben werden können und vor allem die sprachlichen Voraussetzungen verbessert werden. Im Idealfall bieten die Betriebe den Bewerbern danach auch eine Ausbildungsstelle an.

IHK-Informationen und Beratung auch für Betriebe
Neben der Betreuung der Geflüchteten dient das Projekt auch der Information von Betrieben und Organisationen. Ein hierzu zweimal jährlich durchgeführter landkreisweiter Arbeitskreis eröffnet für die Teilnehmenden die Möglichkeit zur gegenseitigen Vernetzung sowie zur Information über rechtliche Entwicklungen bei der Integration oder über gute Beispiele gelungener Integration in Ausbildung. „Insgesamt übersteigt die Nachfrage an dem Programm die Beratungskapazitäten zum Teil deutlich“, so Dr. Uwe Schwab. Daher könne mitunter die Betreuung aller Beteiligten nicht immer in dem Maße erfolgen, wie es notwendig wäre. Der Erfolg des Programms hänge jedoch laut Kümmererin Orgis vor allem von der engen individuellen Begleitung ab. Denn so könne man in der Regel den Firmen passende Bewerber auf eine freie Ausbildungsstelle vorschlagen. Mehr Informationen gibt es bei Andrea Orgis bei der IHK unter Email andrea.orgis@stuttgart.ihk.de oder Telefon (07161) 6715 8422.

(Bild: IHK Bezirkskammer Göppingen)

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