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Region - Bei der Masernimpfungen fehlt oftmals der zweite Piks

29.08.2019 11:57 Uhr

Pressemitteilung AOK Neckar-Fils; Petra Schneppe:

Masernimpfung: Häufig fehlt der zweite Piks
Auswertung der AOK Neckar-Fils

Geht es um die Masernimpfung ist der zweite Piks der entscheidende. Denn nur wer die zweite Impfung erhält, hat einen umfassenden Schutz gegen die hochansteckende Virusinfektion. Aktuelle Zahlen der AOK Neckar-Fils zur Masernimpfung im Landkreis Göppingen zeigen jedoch: Bei der zweiten Impfung geht die Quote zurück, das heißt, weniger Versicherte erhalten einen wirksamen Schutz.

Um die aktuelle Durchimpfungsrate zu erheben, hat die AOK die Quote für die erste und zweite Masernimpfung ausgewertet, die bei 2011 geborenen Versicherten bis zum 7. Lebensjahr (das heißt bis 2018) vorgenommen wurden. Die Quote für die erste Impfung dieser Altersgruppe beträgt demnach 97,3 Prozent; bei der zweiten Impfung schrumpft sie auf 90,5 Prozent.

Damit konnte die für eine Herdenimmunität notwendige Durchimpfungsrate von über 95 Prozent im betrachteten Jahrgang nicht erreicht werden. Herdenimmunität bedeutet, dass ein umfassender Schutz für Säuglinge im Alter von unter sechs Monaten, Schwangere und Menschen mit angeborenen oder erworbenen Störungen des Immunsystems (z.B. durch Chemotherapie) verlässlich erst ab einer Impfquote von über 95 Prozent besteht. Gerade bei Kindern unter fünf Jahren kommt es besonders häufig zu Komplikationen der Masern. Dazu gehören Mittelohrentzündungen, Lungenentzündungen und Durchfälle. Diese Altersgruppe ist auch besonders gefährdet im Verlauf der Infektion eine Gehirnentzündung zu entwickeln, die in seltenen Fällen sogar tödlich verlaufen kann.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, die Grundimmunisierung gegen Masern mit einer zweimaligen Impfung bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr abzuschließen. Zwar können die Impfungen bis zum vollendeten 17. Lebensjahr nachgeholt werden. Nach dem Einschulungsalter erfolgen jedoch bedeutend weniger Impfungen.

Nach Angaben der Landesregierung nehmen Masernerkrankungen mittlerweile wieder zu, was umso alarmierender ist, da sich Deutschland dem WHO-Ziel verschrieben hat, die Masern bis 2020 auszurotten. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO ist die Zahl der Masern-Fälle in den ersten drei Monaten dieses Jahres weltweit um 300 Prozent gestiegen.

(Foto: AOK Neckar-Fils)

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