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Ebersbach - Ebersbacher Schlaglöcher können sich verabschieden

17.07.2020 09:47 Uhr

Ebersbacher Schlaglöcher können sich verabschieden

Risse, Schlaglöcher und andere Straßenschäden könnten in der Stadt Ebersbach an der Fils bald der Vergangenheit angehören. Denn hier wertet in Zukunft die Künstliche Intelligenz der Firma vialytics die Straßenzustände aus und liefert dem Bauamt zweimal jährlich eine aktuelle und objektive Datengrundlage. So wird das Straßenerhaltungsmanagement um ein Vielfaches effizienter, nachhaltiger und vor allem kostengünstiger gestaltet. Die dafür notwendige App und die Algorithmen, die für das Auswerten der Daten nötig sind, wurden von vialytics eigens entwickelt. Die Straßenzustandserfassung per App und künstlicher Intelligenz ist eines der Projekte im Rahmen des InKoMo 4.0 Förderprogramms Baden-Württembergs. Die Stadt Hockenheim, als Leitkommune des Förderprojekts „Wirksame Straßenerhaltung in der Praxis – Netzwerk des Südwestens“ möchte hierbei gemeinsam mit 18 weiteren Kommunen ein System automatisiertes System zur Erfassung von Straßenschäden einrichten.

Das Sammeln der Daten erfolgt fast schon beiläufig während der ohnehin täglich stattfinden Fahrten des Bauhof-Personals. Ein von vialytics modifiziertes Smartphone, das an der Windschutzscheibe des kommunalen Fahrzeugs spielend leicht angebracht werden konnte, nimmt alle vier Meter ein Bild der Straßenoberfläche auf und erfasst damit detailliert den Ist-Zustand der Straßen. Sobald das Smartphone mit dem W-LAN verbunden wird, werden die gesammelten Daten in die vialytics Cloud geladen. Hier werden die Daten auf Straßenschäden hin mit Hilfe von Algorithmen und neuronalen Netzen automatisch „untersucht“.  Die künstliche Intelligenz erkennt die verschiedenen Schäden dabei selbstständig und bewertet und kategorisiert diese in die jeweiligen Schadensklassen. Mittlerweile werden neun verschieden Schadenklassen, wie zum Beispiel Netzrisse, offene Arbeitsnähte, Flickstellen oder Ausbrüche automatisch von dem Algorithmus erkannt. Die Ergebnisse erhalten die Kommunen innerhalb eines Monats und umfassen sowohl das Bildmaterial als auch die GPS-Daten. In einem intuitiv gestalteten und webbasierten Geoinformationssystem können sich die Kommunen nicht nur den Straßenzustand abbilden lassen, sondern anhand von Filter- und Analysemöglichkeiten auch aktiv an der weiteren Planung der Sanierung mitwirken.

„Bisher mussten die Bauämter solche Entscheidungen oftmals auf Basis von bis zu fünf Jahre alten Daten treffen. Dadurch, dass vialytics die Bilder von zwei Befahrungen pro Jahr auswertet, können von nun an die Sanierungsmaßnahmen auf Grundlage des aktuellen Straßenzustandes getroffen werden. Das erspart nicht nur Zeit bei der Planung des Straßenerhaltungsprogramms im Hinblick auf die kommenden Jahre, sondern hilft uns auch dabei eine optimale Entscheidung zu treffen, wann welche Straßen saniert werden müssen“ erklärt Gerd Richter, Abteilungsleiter Tiefbau- und Infrastruktur der Stadt Ebersbach.

Die Vorteile liegen dabei klar auf der Hand „Wir haben jetzt einen objektiveren Überblick über unser Straßennetz und vermeiden individuelle Unterschiede in der Bewertung. Wir erkennen, welche Straßen schneller saniert werden sollten und welche noch ein wenig warten können. Für uns eine wichtige Entscheidungsgrundlage, wenn es darum geht, wie finanzielle Mittel für den Straßenerhalt am besten verwendet werden sollten“, freut sich der Ebersbacher Stadtbaumeister Markus Ludwig.

Neben Ebersbach und Schorndorf, arbeitet das Stuttgarter Startup bereits mit über 70 Kommunen in ganz Deutschland zusammen. Da das ohnehin vergleichsweise kostenschonende Vorhaben vom Land Baden-Württemberg nun ebenfalls finanziell bezuschusst wurde, fiel die Entscheidung zur Zusammenarbeit mit vialytics leicht und soll schon bald erste wichtige Ergebnisse für das Bauamt liefern.

(Quelle & Bild: Stadt Ebersbach)

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