Kurznews
Salach - Salach ist in der engeren Wahl für die Internationale Bauausstellung 2027

28.07.2020 15:43 Uhr

Salach in engerer Wahl

Die Gemeinde im Mittleren Filstal marschiert mit Riesenschritten auf die Internationale Bauausstellung Stadt-Region Stuttgart 2027 zu und mischt bei den Großen kräftig mit.

„Das ist wirklich eine Wucht“, fasst Salachs Bürgermeister Julian Stipp seine Begeisterung in Worte und sagt damit auch viel über die Gemütslage seines Rathausteams. Seit nunmehr zwei Jahren dreht sich in der Gemeinde zwar nicht alles, aber sehr viel um die Entwicklung des künftigen Quartiers Mühlkanal. Ein Jahrhundertprojekt für die 8000 Einwohner zählende Kommune, das nun auf dem Weg zur Internationalen Bauausstellung (IBA’27), die 2027 in Stuttgart und der Region stattfindet, eine weitere Hürde genommen hat. Das Salacher Vorhaben hat es unter rund 120 Anwärtern aus dem so genannten IBA- Netzwerk in den erlesenen Kreis von nunmehr 13 Projekten geschafft, denen der Aufsichtsrat der IBA das Potenzial für die Weiterentwicklung als Ausstellungsort der Internationalen Bauausstellung bescheinigt.

Von Beginn an hat die Kommune konsequent den Weg eingeschlagen, auf der historischen Industriebrache Schachenmayr-Areal, wo bis Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts Wolle und Garne gesponnen wurden, hohe städtebauliche Qualität mit einem

ganzheitlichen, sozialen Quartierskonzept zu verbinden. Dies wird nun mit der Nominierung zum IBA’27-Projekt belohnt. „Wir sind unglaublich stolz und dankbar für die Möglichkeit, Teil der traditionsreichen und wegweisenden Internationalen Bauausstellungen zu sein“, erklärt Julian Stipp. Salach gehöre zu den wenigen Kommunen, die diese Ziellinie überschritten haben. „Zumal wir in dieser Runde weiterhin die kleinste Kommune in der Region Stuttgart sind, der dieser Schritt gelungen ist“, betont der Rathauschef.

„Die innerörtlichen Bereiche „Schachenmayr-Areal“ und „Krautländer“, die Bestandteil des Quartiers „Mühlkanal“ sind, stellen in städtebaulicher Hinsicht auch durch ihre Lage in unmittelbarer Nähe zur Ortsmitte das wichtigste Potenzial für die städtebauliche Entwicklung Salachs der kommenden Jahre dar“, erläutert Salachs Bauamtsleiter Hannes-Dietrich Keyn. Diese Bereiche seien deshalb sorgfältig zu entwickeln und zu vitalisieren. Neben seriellen, modularen, nachhaltigen und ökologischen Neubauten sollen die vorhandenen denkmalgeschützten Gebäude denkmalgerecht saniert und umgenutzt werden, sowie im Bereich der Krautländer ein Mehrgenerationenhaus und öffentliche Grünfläche als sozial-/kulturelles Bindeglied zwischen Schachenmayr-Areal und Ortsmitte gebaut werden. Dies sei eine sehr komplexe und anspruchsvolle Aufgabe, erläutert Rathauschef Stipp.

Die Gemeinde habe bei der Entwicklung des neuen Quartiers schon bislang sehr vom IBA-Netzwerk und vor allem von der intensiven fachlichen Begleitung durch die IBA-Projektbetreuerin Inge Horn profitiert, sagt Stipp. Die Aussicht auf die Bauausstellung lockte im vergangenen Jahr drei namhafte Architekturbüros, beim städtebaulichen Wettbewerb ihre Entwürfe in den Ring zu werfen. Dabei setzte sich der Entwurf des international tätigen Büros „helsinkizurich“ mit Cadrage Landschaftsarchitekten klar durch. Den Architekten aus Helsinki und Zürich sei es gelungen, die Planung für das Schachenmayr-Areal auf ein hohes Niveau zu heben, das Historie und Zukunft wegweisend verbinde, so Stipp. Die Architekten haben ihren Siegerentwurf inzwischen überarbeitet, so dass das Gelände entsprechend den IBA-Kriterien dichter bebaut wird. So sind nun südlich der in flachen Winkel angeordneten 44 Reihenhäuser im östlichen Baufeld drei langgezogene Baukörper mit Geschosswohnungen. Beide Bauformen bilden eine Art Hofsituation. Ein ursprünglich vorgesehenes Parkhaus im Westen des Schachenmayr-Areals entfällt ebenso zugunsten von Wohnungen wie ein von den Architekten zunächst vorgesehen Gemeinschaftshauses südlich des ehemaligen Spinnereigebäudes. Damit böte das Quartier Wohnraum für rund 730 Menschen, was für Salach ein Wachstum um fast neun Prozent bedeutet.

„Wichtig war uns deshalb von Anfang an, die soziale Entwicklung des Quartiers mit der baulichen Entwicklung parallel zu denken und eine gute soziale Durchmischung und die Entstehung einer caring community zu erreichen“, erklärt Salachs Hauptamtsleiterin Gabriele Dory. Dabei orientiere man sich am Vorbild der Firma Schachenmayr, die 100 Jahre lang soziale Verantwortung für die Gemeinde gezeigt habe. Dies müsse in heutiger Zeit die Kommune übernehmen. Ganz wesentlich zum Gelingen der Integration der neuen Einwohner des Schachenmayr- Geländes in die Gemeinschaft Salachs sollen die Kita und das Mehrgenerationenhaus auf den Krautländern beitragen. Auf kurzem Wege durch das künftig attraktive Dohle fänden sie hier viele Begegnungs- und Unterstützungsangebote.

„Die Entwicklung des Quartiers Mühlkanal zusammen mit der IBA ist eine einmalige Chance für Salach, über die wir uns sehr freuen“ sagt Salachs Kämmerin Barbara Fetzer. Sie sei jedoch in finanzieller Hinsicht auch eine Herausforderung. Deshalb sei es wichtig, vorhandene Ressourcen zu bündeln und diese intelligent und zielführend einzusetzen, um so für ganz Salach ein gewinnbringendes Quartier zu schaffen. „Sollte hierfür neben den Bestandsgebäuden weiterer Grunderwerb erforderlich sein, werden wir in entsprechende Verhandlungen gehen“, so Fetzer. Das Ziel, Ausstellungsort der IBA’27 zu werden, bleibt also fest im Blick. Julian Stipp ist optimistisch, dass Salach weiter im engen Kreis bleibt. Jedoch auch wenn das Quartier Mühlkanal kein Ausstellungsort werde, werde es allemal ein Vorzeigeprojekt sein mit bislang einmaligen Dimensionen im Landkreis Göppingen und mit Strahlkraft darüber hinaus.

Die nächsten Schritte: Im September wird die Gemeinde einen Wettbewerb für das Mehrgenerationenhaus in den Krautländern ausschreiben. Ebenfalls im September ist die dritte Bürgerwerkstatt vorgesehen, bei der sich die Salacher wieder aktiv einbringen können. Die Bürgerbeteiligung ist wesentlicher Bestandteil der Entwicklung des künftigen Quartiers Mühlkanal und im IBA-Planungsprozess festgeschrieben.

Über uns

Die filstalwelle wird in das digitale Kabelnetz von Vodafone eingespeist und zusätzlich per Livestream verbreitet. Damit können im Kreis Göppingen rund 256.000 Zuschauer die filstalwelle empfangen.

Kontakt

Filstalwelle TV GmbH
Kuhnbergstraße 27
73037 Göppingen

07161 965939-0
07161 965939-9

redaktion@filstalwelle.de