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Landkreis GP - IHK: Jetzt bewerben! Beste Chancen auf Berufsausbildung

29.04.2021 09:39 Uhr

IHK: Jetzt bewerben! Beste Chancen auf Berufsausbildung

Keine Trendwende am Ausbildungsmarkt in Sicht

„Trotz Corona haben junge Menschen gerade jetzt beste Chancen auf einen attraktiven Ausbildungsplatz bei einem Unternehmen in der Region Stuttgart.“ Mit diesem Aufruf appelliert Marjoke Breuning, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart, an alle, die im Sommer die Schule beenden oder schon im vergangenen Jahr abgeschlossen haben und noch nicht wissen, wie es im Herbst beruflich für sie weitergehen soll. Sie empfiehlt, jetzt nicht weiter abzuwarten, sondern sich um einen Ausbildungsplatz in einem Betrieb aus Industrie, Handel oder Dienstleistungsbranche zu bewerben. „Die Ausbildungsangebote in der Region Stuttgart sind trotz Corona vielfältig, zahlreich und spannend“, so die IHK-Präsidentin. „In der IHK-Lehrstellenbörse werden für den Ausbildungsstart im Herbst noch mehr als 1.300 freie Stellen in der Region Stuttgart angeboten. Es lohnt sich also, einen Blick in die Börse zu werfen und die Initiative zu ergreifen“, wirbt Breuning.

IHK bietet Beratung und Bewerbervermittlung an

Wer noch Fragen hat oder Informationen zur Berufsorientierung und Beratung braucht, kann sich an die IHK-Ausbildungsexperten unter der Hotline 0711 2005-1111 wenden. Außerdem organisiert die IHK viele virtuelle Formate wie zum Beispiel Digitales Azubi-Speed-Dating zur Bewerbervermittlung oder Digitales Elterncafé, wo sich Eltern mit ihren Kindern über Berufe und Ausbildung im Betrieb informieren können und beraten werden.

Trotz großen Engagements der Betriebe noch keine Trendwende am Ausbildungsmarkt

Eine aktuelle Blitzumfrage der IHK Region Stuttgart, an der sich rund 600 Ausbildungsbetriebe beteiligten, zeigt ein Stimmungsbild des Ausbildungsmarkts. Demnach wollen zwei Drittel der befragten Betriebe die Zahl ihrer Ausbildungsplätze gegenüber 2020 stabil halten. Bei größeren Ausbildungsbetrieben, die mehr als fünf Azubis beschäftigen, sind es sogar 72 Prozent. Nachdem im letzten Jahr die Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge auf einen Stand von rund 8.930 Verträgen gesunken war, ist auch für das kommende Ausbildungsjahr noch kein Aufschwung in Sicht. Anfang April waren im Vergleich zum Vorjahr rund sechs Prozent weniger neue Ausbildungsverträge bei der IHK Region Stuttgart eingetragen. Jeder neunte befragte Betrieb gab an, dass er aufgrund der Pandemie im Herbst 2021 nicht ausbilden könne und jeder zehnte Umfrage-Teilnehmer musste sein Ausbildungsplatzangebot zwar reduzieren, bietet aber weiterhin Ausbildungsplätze an. „Diese Entwicklung ist aufgrund der Pandemie zu erwarten gewesen und nachvollziehbar. Wenngleich uns das große Sorgen bereitet, schauen wir dennoch hoffnungsvoll und zuversichtlich auf das kommende Ausbildungsjahr, denn viele Betriebe investieren trotz Pandemie weiter in die Ausbildung. Sie wollen jungen Menschen eine berufliche Perspektive bieten und ihren Fachkräftebedarf sichern“, sagt IHK-Präsidentin Marjoke Breuning.

Fehlende Bewerberinnen und Bewerber

Aktuell kommen trotz des Ausbildungsangebots nicht genügend oder nicht genügend passende Bewerbungen bei den Ausbildungsbetrieben an. Viele der befragten Betriebe vermissen die Bewerberinnen und Bewerber und auch die Kammern fragen sich, wo die jungen Leute stecken. Dies wird auch von den Zahlen der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit bestätigt, die im März von einem Bewerberrückgang von rund 18 Prozent sprechen. In der aktuellen IHK-Umfrage geben nur 28 Prozent der teilnehmenden Betriebe an, dass sie bereits genügend qualifizierte Bewerbungen auf ihre freien Ausbildungsplätze im Herbst 2021 erhalten haben. Fast die Hälfte aller Befragten (46 Prozent) sagt, dass sie nicht genügend qualifizierte oder überhaupt zahlenmäßig nicht ausreichend Bewerbungen bekommen. Gar keine Bewerbungen bekommen 12 Prozent der Betriebe. Rund ein Viertel der befragten Betriebe ist bereit, vom bestehenden Bewerberprofil abzusehen, um auch schwächeren Bewerbern eine Chance zu geben.

Staatliche Förderprogramme bleiben ungenutzt

Laut IHK-Stimmungsbild nutzen aktuell 69 Prozent nicht die Fördermöglichkeiten aus dem Bundesprogramm, wie zum Beispiel die Ausbildungsprämien, den Zuschuss für Vermeidung von Kurzarbeit, die Prämie für Auftrags- und Verbundausbildung oder die Übernahmeprämie. Als Gründe führen 46 Prozent (Industrie 61 Prozent) der Befragten an, dass sie aktuell die Anforderungen nicht erfüllen, während Handel und Gastgewerbe das Programm eher nutzen. Fast jeder fünfte befragte Betrieb gibt an, das Programm nicht zu kennen, jedes zehnte Unternehmen scheut den hohen bürokratische Aufwand und 11 Prozent sagen, dass sie die Anforderungen erfüllen, ihnen das Programm aktuell aber keinen Mehrwert bringt. „Die IHK-Organisation hat sich für die Verlängerung und die Verbesserung des Bundesprogramms `Ausbildungsplätze sichern` stark eingesetzt. Die staatliche Förderung der Ausbildung muss aber insgesamt weiter verbessert werden“, so die IHK-Präsidentin. Das könne durch Anpassungen an die Förderbedürfnisse von Ausbildungsbetrieben und den Abbau bürokratischer Hürden für die Nutzung der Förderprogramme geschehen.

Ausbildungsablauf in Corona-Zeiten gesichert, kaum Kündigungen

Die Arbeit im Home-Office oder mobil hat durch die Corona-Pandemie stark zugenommen – auch in der Ausbildung: Bei 41 Prozent der Betriebe, die an der Blitzumfrage teilnahmen, befinden sich die Auszubildenden gelegentlich im Home-Office oder sie arbeiten mobil. Laut Umfrage läuft bei rund zwei Dritteln der teilnehmenden Ausbildungsbetriebe (Lebensmitteleinzelhandel 100 Prozent, Industrie ohne Bau 76 Prozent, Handel ohne Lebensmittel 71 Prozent) die Ausbildung im Betrieb normal weiter. Allerdings weisen die Ausbildungsbetriebe auf Einschränkungen hin, die durch die Corona-Schutzmaßnahmen entstanden sind, wie den Wegfall von außerbetrieblichen Schulungsveranstaltungen und das Fehlen des Präsenzunterrichts an den Berufsschulen. Die befragten Betriebe unternehmen größte Anstrengungen, um die Ausbildung nach Plan und vorschriftsgemäß durchzuführen. „Gerade die schwächeren Auszubildenden tun sich schwerer mit betrieblichen oder schulischen Ausbildungsinhalten, wenn sie im Home-Office sind. Die Ausbilderinnen und Ausbilder übernehmen hier alles in ihrer Kraft Stehende, um ihre Auszubildenden auch jetzt zu unterstützen“, so Breuning.

Vier Prozent der Befragten (im Gastgewerbe 20 Prozent) geben an, dass sich ihre Azubis in Kurzarbeit befinden. Erfreulich: Die Kündigung von Auszubildenden, Ausbildung im Verbund oder in Teilzeit spielen nur eine untergeordnete Rolle.


Hintergrund zur Befragung:

Die IHK Region Stuttgart hat im Zeitraum 14. bis 19. April 2021 eine Online-Befragung bei Ausbildungsbetrieben in der Region durchgeführt. Ziel war, ein aktuelles Stimmungsbild zur Entwicklung des Ausbildungsplatzangebots für den Herbst 2021, zur Bewerberlage, zur Nutzung des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“ und zur Ausbildung unter Pandemiebedingungen zu erhalten.

Von 3.402 angeschriebenen Ausbildungsbetrieben haben 607 Betriebe den Fragebogen beantwortet.


(Quelle: IHK Region Stuttgart)

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