Kurznews
Göppingen - Agentur für Arbeit: Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit im Juli

29.07.2021 11:46 Uhr

Arbeitsmarkt zeigt freundliches Gesicht

18 194 Frauen und Männer waren im Juli arbeitslos gemeldet
Arbeitslosenquote sinkt auf 4,0 Prozent
7 908 offene Arbeitsstellen waren gemeldet
43 636 Kurzarbeiter im Januar

Die Arbeitslosigkeit ist im Juli im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen mit den Landkreisen Esslingen und Göppingen weiter gesunken: Insgesamt waren im vergangenen Monat 18 194 Frauen und Männer ohne Arbeit. Das ist ein Minus im Vergleich zu Juni um 275 Personen oder 1,5 Prozent. Gegenüber Juli 2020 waren 
2 923 Menschen weniger arbeitslos gemeldet (minus 13,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, sank um 0,1 Prozentpunkte auf jetzt 4,0 Prozent (Juli 2020: 4,7 Prozent).
Von allen Arbeitslosen im Agenturbezirk gehörten 8 478 Personen der Arbeitslosenversicherung an und wurden von der Arbeitsagentur betreut.
9 716 Personen waren in der Grundsicherung gemeldet und wurden von den 
Jobcentern in den beiden Landkreisen Esslingen und Göppingen betreut.

„Der Arbeitsmarkt zeigt ein freundliches Gesicht. Die Arbeitslosigkeit ist weiter gesunken, was für einen Juli unüblich ist. Eigentlich steigt sie über die Sommermonate. Ein erwartetes Plus sehen wir aber bei den jungen Menschen. Das ist eine typische saisonale Entwicklung und hängt überwiegend mit dem Ende von Ausbildungen, Schulen und Maßnahmen zusammen und ist kein besorgniserregendes Signal aus der Wirtschaft. Denn dem gegenüber steht ein knackiges Plus bei den Arbeitsstellen. So viele Stellen hatten wir seit Dezember 2019 nicht mehr. Das sind Karrierechancen für Menschen, die ihren Job in der Pandemie verloren haben oder einen anderen Berufsweg als bisher einschlagen möchten oder müssen“, sagt Karin Käppel, Leiterin der Agentur für Arbeit Göppingen.

Zur Neuorientierung verweist sie auf die „Berufsberatung im Erwerbsleben“, ein Angebot der Agentur für Arbeit seit Anfang des Jahres. Es spricht vorrangig Beschäftigte an, die sich beruflich neu aufstellen möchten und einen tragfähigen Plan für ihre Weiterentwicklung brauchen.


Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den beiden Landkreisen

Landkreis Esslingen
Im Landkreis Esslingen waren im Juli insgesamt 11 977 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 216 Personen oder 1,8 Prozent weniger als im Juni, und 
1 738 (minus 12,7 Prozent) weniger als im Vorjahr.
Die Arbeitslosenquote betrug 3,9 Prozent (Esslingen: 4,2 Prozent; Kirchheim: 3,7 Prozent; Leinfelden-Echterdingen: 3,6 Prozent und Nürtingen: 3,6 Prozent). 
Im Juli 2020 lag sie bei 4,4 Prozent.

Landkreis Göppingen
Im Landkreis Göppingen waren im Juli insgesamt 6 217 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 59 weniger (minus 0,9 Prozent) als im Juni, und 1 185 (minus 16,0 Prozent) weniger als im Vorjahr.
Der Landkreis Göppingen verzeichnete eine Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent (Geschäftsstelle in Göppingen: 4,3 Prozent; Geschäftsstelle in Geislingen: 4,5 Prozent). Im Vorjahr lag sie bei 5,1 Prozent.



Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei den Personengruppen

Im Juli waren 234 Jugendliche unter 20 Jahren arbeitslos gemeldet. Das waren zwölf Personen oder 5,4 Prozent mehr als vor einem Monat, aber 45 Personen oder 16,1 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Bei den jungen Menschen unter 25 Jahren waren es 1 523 Arbeitslose, 74 oder 5,1 Prozent mehr als im Vormonat, aber 715 Personen oder 31,9 Prozent weniger als im Juli 2020.

Die Zahl der 50-jährigen und älteren Arbeitslosen ist im Vergleich zu Juni um 96 (minus 1,4 Prozent) auf 6 802 Personen gesunken. Das waren drei Personen (die Veränderung wirkt sich prozentual nicht aus) mehr als im Juli 2020.

6 307 Menschen waren im Juli seit mindestens einem Jahr bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern arbeitslos gemeldet und galten damit als langzeitarbeitslos. Das waren 66 Personen (minus 1,0 Prozent) weniger als im Vormonat, aber 
1 650 (plus 35,4 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen ist um 27 oder 2,7 Prozent gesunken und lag bei 987 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 28 schwerbehinderte Menschen weniger arbeitslos gemeldet (minus 2,8 Prozent).


Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung, die neben der Zahl der Arbeitslosen auch Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist gegenüber dem Vormonat um 304 Personen (minus 1,3 Prozent) gesunken. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im Juli bei 23 688 Personen. Das waren 
2 609 (minus 9,9 Prozent) weniger als vor einem Jahr.



Angebot an Arbeitsstellen

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen waren im Juli 7 908 Stellen beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und der Jobcenter zur Besetzung gemeldet. Gegenüber Juni sind das 684 Stellen mehr (plus 9,5 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr gab es 2 014 Stellen (plus 34,2 Prozent) mehr.
Insgesamt wurden 2 602 Stellen neu gemeldet. Das waren 384 (plus 17,3 Prozent) mehr als im Juni, und 916 (plus 54,3 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.


Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung

Zum Stichtag 31. Dezember 2020 waren 308 183 Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt: 6 259 (minus 2,0 Prozent) weniger als im Vorjahresquartal. Der Beschäftigungsrückgang war mit minus 2,0 Prozent deutlich stärker als in Baden-Württemberg, der bei minus 0,3 Prozent lag.


Ausbildungsstellenmarkt

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres wurden 4 866 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 9,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber lag bei 3 347 jungen Menschen und damit 23,9 Prozent niedriger als im Vorjahr.
„Nur noch wenige Wochen bis zum offiziellen Ausbildungsstart. Es ist erstaunlich, wie gut der Ausbildungsmarkt trotz der Corona-Pandemie dasteht. Über 1 800 Ausbildungsstellen sind im Bezirk noch frei. Chancen auf Ausbildung sind also da und ich kann nur allen jungen Menschen, die jetzt mit der Schule fertig werden, den Rat geben: Nutzt sie! Wer das Zeug für eine Berufsausbildung hat und jetzt nicht zugreift, vergibt eine gute Gelegenheit auf einen erfolgreichen Berufsstart. In diesem Jahr müsste eigentlich keiner ohne Ausbildungsvertrag in die Sommerferien gehen, denn es gibt deutlich mehr Ausbildungsstellen als Bewerber. Wer jetzt nochmal alle Kräfte mobilisiert und durchstartet, kann in den Sommerferien noch die Weichen für sein Berufsleben stellen“, so der eindringliche Appell von Karin Käppel, verbunden mit der Bitte an Ausbildungsinteressierte, sich schnell bei der Berufsberatung zu melden. Die Berufsberatung ist auch in den Sommerferien da und unterstützt Kurzentschlossene.

Die Bundesagentur für Arbeit hat als Hilfestellung für die Zeit eingeschränkter 
persönlicher Kontakte eine zusätzliche Internetseite gestaltet, auf der sie wichtige Informationen und Angebote rund um das Thema Ausbildung bündelt: Vom Online-Berufserkundungstool „Check-U“ über Tipps für die Berufswahl bis hin zur Suche nach einem Ausbildungsplatz.
www.arbeitsagentur.de/m/ausbildungklarmachen


Realisierte Kurzarbeit im Januar:
Zahl der Kurzarbeiter und kurzarbeitenden Betriebe

Die Zahlen zur sogenannten „realisierten Kurzarbeit“ liegen der Agentur für Arbeit jetzt für den Monat Januar vor. Danach haben im Januar 43 636 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in 4 372 Betrieben oder Betriebsabteilungen kurzgearbeitet.
Im Landkreis Esslingen waren es 2 931 Betriebe oder Betriebsabteilungen mit 
30 530 Beschäftigten.
Im Landkreis Göppingen waren es 1 441 Betriebe oder Betriebsabteilungen mit 
13 106 Beschäftigten.

Da Unternehmen drei Monate Zeit haben, den Antrag auf Kurzarbeitergeld bei der Arbeitsagentur einzureichen, liegen die Zahlen für die realisierte Kurzarbeit erst mit zeitlichem Versatz vor. Die Zahlen für Februar wird die Agentur für Arbeit am 
31. August veröffentlichen.

Hinweis:
Unternehmen, die mindestens drei Monate kein Kurzarbeitergeld abgerechnet haben, müssen Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit neu anzeigen, wenn in ihrem Betrieb aufgrund der geltenden Einschränkungen wieder kurzgearbeitet werden muss.
(Quelle:  Agentur für Arbeit Göppingen)

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