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Göppingen - Ausstellung "Vergessene Welten und blinde Flecken" in der Stadtbibliothek

14.01.2022 16:15 Uhr

Vergessene Welten und blinde Flecken - Die mediale Vernachlässigung des Globalen Südens

Nicht selten weisen Medien in ihrer Berichterstattung einen blinden Fleck auf, wenn es sich um Länder des Globalen Südens handelt, die häufig noch immer als „Entwicklungsländer“ oder zusammenfassend als „Dritte Welt“ bezeichnet werden.  So wurde über die verheerende Nahrungsmittelversorgung in Ostafrika, durch die Ende des Jahres 2017 fast 37 Mio. Menschen vom Hungertod bedroht waren und die UN-Nothilfekoordinator Stephen O’en als größte drohende humanitäre Krise seit der Gründung der Vereinten Nationen bezeichnet hatte, kaum berichtet. Auch der Jemen, wo 2017 die größte jemals in der Geschichte gemessene Cholera-Epidemie ausbrach, gehört zu den medial vergessenen Welten, denen keine Sondersendungen gewidmet werden.

Die Ausstellung „Vergessene Welten und blinde Flecken“ stellt die wichtigsten Ergebnisse einer Langzeitstudie vor, in der u.a. über 5.100 Sendungen der „20:00 Uhr-Tagesschau“ aus den Jahren 1996 und 2007-2019 ausgewertet wurden. Die Daten zeigen deutlich, dass die Berichterstattung geografisch sehr unausgewogen ist. Während dem sog. Westen weit überproportional hohe Aufmerksamkeit zufällt, werden zahlreiche Staaten des Globalen Südens an den Rand gedrängt.

Im „Corona-Jahr“ 2020 hat sich die Situation sogar noch zugespitzt: In nur etwa 5% der Sendezeit, in der sich die „Tagesschau“ mit der Pandemie beschäftigte, berichtete sie über die Lage im Globalen Süden. Viele Katastrophen, wie die Zunahme der Hungernden auf der Welt in dieser Zeit um ca. 130 Mio. Menschen auf insgesamt 820 Mio., wurden fast gar nicht berücksichtigt. Hierzu gehören auch die Auswirkungen des Super-Zyklons „Amphan“, der im Mai 2020 Küstenregionen von Indien und Bangladesch verwüstete und von dem ca. 60 Mio. Menschen betroffen waren.

Die Wanderausstellung, entstanden unter Beteiligung der Universitäten Frankfurt, Heidelberg und Mannheim, widmet sich diesem bedenklichen Phänomen und ist bis Di., 15. Februar 2022 in der Stadtbibliothek am Kornhausplatz 1 in Göppingen zu sehen. Die Ausstellungstafeln sowie die Studie selbst können unter www.ivr-heidelberg.de eingesehen und heruntergeladen werden. Eintritt wie Online-Zugang sind kostenfrei.


(Quelle & Bild: Stadtbibliothek Göppingen)

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