25.08.2026 14:11 Uhr
Insgesamt zehn Teams, darunter fünf aus dem Raum Göppingen, traten in Süßen beim DRK-Ortsverein Mittleres Fils- und Lautertal zur Therapiehundeprüfung an und können nun in verschiedenen Einrichtungen zum Einsatz kommen.
„Sie heißt Elfie“, wiederholt die Hunderhalterin zum zwölften Mal geduldig. Die Colliehündin ist genauso entspannt wie sie und lässt sich gern von dem gespielt zerstreuten Pflegeheimbewohner streicheln und bürsten. Ein auf dem Boden positioniertes Salzbrezelchen interessiert Elfie nicht. Ganz anders Wilma. Die Berner Sennenhündin hat das Leckerli, das genauso gut ein Medikament hätte sein können, schnell geschluckt, ohne dass ihr Herrchen es bemerkt hat. Das gefällt dem aus Ludwigsburg angereisten Prüferteam nicht. Kritisiert werden auch, dass der Hündin kein Platz mit Wasser eingerichtet wurde, sowie der etwas barsche Umgangston.
Gerade so bestanden, aber mit der Auflage, erste Einsätze vorerst in Begleitung wahrzunehmen. Der Eurasier Einstein bekommt es mit der schauspielerischen Leistung „aufgewecktes, lautes, launisches Kind“ zu tun. Doch es bringt weder ihn noch sein Frauchen aus der Fassung. Beide bewahren Ruhe und Gelassenheit. „Richtig toll gemacht“ bescheinigt die Prüfungsjury. „Das Kind ernst genommen, alles sprachlich begleitet.“ „Ob Golden Retriever, Labradoodle, Border Collie oder Mischling – außer Listenhunden können Hunde jeder Rasse ausgebildet werden“, erklärt Manfred Neumann, Leiter des DRK-Therapiehundeteams. „Wir hatten sogar mal einen Landser und einen Dackel.” Vor der Ausbildung stehen ein Wesenstest und ein Eingangstest, die Ausbildung erfolgt in verschiedenen Modulen. Am Ende stehen die schriftliche und die praktische Prüfung, bei der unter den Augen der Prüfer*innen simulierte Situationen gemeistert werden müssen. Nach bestandener Prüfung dürfen die Teams ihren Dienst antreten.
„Schulen, Kindertagesstätten, Seniorenheime, Schülerferienprogramm, Lebenshilfe – es gibt viele Einsatzorte“, berichtet Manfred Neumann. „Wir haben sogar mehrere Lesehunde, die in Büchereien zum Einsatz kommen und den Kindern beim Vorlesen zuhören.“
Ziel ist den Menschen Abwechslung und Freude zu bringen und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Tiere leben intensiv das "Hier und Jetzt" und bringen Humor und Freude. Tiere nehmen den Menschen so an, wie er ist. Sie haben keine Vorurteile, lästern nicht und ihnen ist es egal, ob der Mensch dick oder dünn, jung oder alt ist. Hunde haben oft eine positive Wirkung auf Menschen und können beispielsweise Angstzustände lindern oder Stress abbauen. Das DRK bietet seit einigen Jahren für interessierte Hundehalter die Ausbildung von Therapiehunden an. Die DRK-Therapiehundeprüfung ist der Abschluss einer ehrenamtlichen Ausbildung, in der Mensch und Hund zu einem qualifizierten Team für tiergestützte Einsätze geschult werden.
(Quelle & Bilder: DRK-Kreisverband Göppingen)
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