Eltern-Taxis sorgen gerade zu Schulbeginn für zusätzliches Verkehrsaufkommen – die Stadt Uhingen wirbt deshalb für autoarme Schulumfelder und mehr selbstständige Schulwege.
Das neue Schuljahr 2026/2027 ist erst wenige Tage alt und schon ploppt ein Thema auf, das viele Eltern umtreiben dürfte: die sogenannten Eltern-Taxis. „Das Eltern-Taxi soll Sicherheit schaffen – kann aber gleichzeitig genau dort zusätzlichen Verkehr erzeugen, wo Kinder besonders geschützt werden sollen“, sagt Uhingens Ordnungsamtsleiter Michael Eberhard. Deshalb verweist er auf die vorhandenen Parkplätze im Bereich der Schulen, auf denen Eltern ihren Nachwuchs aus dem Auto steigen lassen können – anstatt quasi direkt vor die Schultür zu fahren, sodass der Nachwuchs einen möglichst kurzen Weg zu Fuß gehen muss.
Wenn ein Kind den Schulweg zu Fuß, mit dem Fahrrad oder – je nach Alter und Entfernung – mit Bus und Bahn bewältigen kann, profitiert davon nicht nur das Kind, sondern das gesamte Quartier. „Wir wollen Eltern und Kindern die Möglichkeit geben, so viele eigenständige Schulwege wie möglich bewältigen zu können – und so viel notwendiger Autoverkehr wie nötig zuzulassen“, verdeutlicht Uhingens Bürgermeister Matthias Wittlinger. Das betrifft vor allem die weiterführenden Schulen, mit mehreren hundert Schülerinnen und Schülern.
Doch wie kann das im Alltag aussehen? Im Fall der Hieberschule kommt es im Umfeld des Schulgebäudes an der Schiller-, Zeppelin- und Schulstraße morgens und nach Schulschluss zu verstärktem Fahrzeugaufkommen, speziell beim Parkplatz vor der Schule und bei den Haltebuchten für die Busse bei der Zeppelinstraße, sodass teilweise die Busse nicht durchkommen. „Lassen Sie Ihre Kinder, wenn die Autofahrt nicht vermieden werden kann, im weiteren Schul-Umfeld ins Auto aus- und einsteigen“, bittet Michael Eberhard.
Und bei der Haldenberg-Realschule würden sich die Parkplätze an der Panoramastraße anbieten, um den Nachwuchs dort abzusetzen und abzuholen. Absolut ungeeignet und alles andere als verkehrssicher sei es hingegen, „nur mal kurz“ an der steilen Alten Holzhäuser Straße anzuhalten. „Dort gibt es Durchgangsverkehr in beiden Fahrtrichtungen, vor allem zu den Hauptverkehrszeiten, und haltende Fahrzeuge – zum Teil sogar auf dem abgesenkten Gehweg-Bereich – stellen ein unnötiges Risiko dar“, mahnt Uhingens Ordnungsamtsleiter. Hinzu komme, dass dadurch die Übersichtlichkeit im Bereich der Fußgängerüberwege eingeschränkt werde.
Dabei betonen der Bürgermeister und Ordnungsamtsleiter unisono, einzelne Autofahrten nicht zu verteufeln. Vielmehr wollen sie den Blick auf die Vorteile eines autoarmen Schulumfelds lenken:
- sichere Schulwege: Wendende, haltende oder rückwärtsfahrende Autos können für Kinder unübersichtliche und gefährliche Situationen schaffen – insbesondere dort, wo viele Kinder gleichzeitig unterwegs sind.
- mehr selbstständige Mobilität: Wer gefahren wird, legt den Schulweg nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück. Gerade kurze Wege bieten aber eine einfache Möglichkeit, Bewegung in den Alltag zu integrieren.
- mehr Eigenverantwortung und Verkehrskompetenz: Der eigenständige Schulweg ist eine wichtige Alltagserfahrung: Kinder lernen, sich im Straßenverkehr zu orientieren, Entfernungen einzuschätzen und Verantwortung zu übernehmen.
Deshalb verweist die Stadt Uhingen auf die vorhandenen Schulwegpläne, die auch auf www.uhingen.de/schulen eingesehen werden können. „Wir wollen Eltern nicht vorschreiben, wie sie ihre Kinder zur Schule bringen“, betont Matthias Wittlinger. Stattdessen wolle die Stadt gute Rahmenbedingungen für sichere und selbstständige Schulwege schaffen – und diese auch ins Bewusstsein der Eltern rücken.
(Quelle & Bild: Stadt Uhingen)