25.09.2026 10:53 Uhr
Schachtdeckel, Straßenschilder, Schlaglöcher: Das alles und noch viel mehr erfasst die Stadt Göppingen nun mit Vialytics, einer Software für die Straßenzustandskontrolle.
Der Clou: Die Erfassung läuft im Alltag nebenher, wenn der Baubetriebshof sowieso mit seinen Fahrzeugen in der Stadt unterwegs ist. Und: Es ist aktueller, effizienter und günstiger als bisher.
Bislang hat die Verwaltung alle fünf Jahre extern einen Straßenzustandsbericht erstellen lassen. Darauf aufbauend wurde ein entsprechender Plan zur Sanierung oder für die Reparatur der Straßen erstellt. Nur: Der Bericht war statisch, die Daten irgendwann nicht mehr auf dem neuesten Stand. Jetzt setzt die Stadt Göppingen auf das digitale Tool von Vialytics.
Die Software ist auf zwei Smartphones installiert, die regelmäßig mit Fahrzeugen des Baubetriebshofs unterwegs sind. Dabei wird über eine Kamera, die alle vier Meter ein Foto macht, alles Mögliche erfasst: Sitzt der Schachtdeckel noch richtig? Ist das Straßenschild schon verblasst oder gar zugewachsen? Wo hat sich durch den Frost ein Schlagloch gebildet? Und: Wo ist eine grundlegende Sanierung notwendig und wo reicht eine punktuelle Reparatur?
Die Fotos werden im Anschluss von einer KI bewertet, die dann Maßnahmen vorschlägt. Im System integriert ist auch gleich ein Auftragsmanagement, das mehr Effizienz in die Abläufe bringt. „Mit Vialytics sind wir immer auf dem neuesten Stand, können auch rasch handeln und gleichzeitig die Straßen nach ihrem aktuellen Zustand bei den laufenden Sanierungen berücksichtigen“, sagte Andreas Christ, Leiter der Abteilung Mobilität und verkehrliche Infrastruktur, bei der Vorstellung im Ausschuss für Umwelt und Technik am Donnerstagabend. Der Einsatz von Vialytics kostet die Stadt rund 25.000 Euro jährlich für die kommenden drei Jahre.
Ans System angeschlossen sind auch die Stadtentwässerung (SEG) sowie die Stadtwerke Göppingen (SWG), die die Daten für ihren Bereich weiterverwerten. Zwei Mal pro Jahr sollen zudem alle 260 Straßenkilometer im Stadtgebiet Göppingen mit Vialytics befahren und erfasst werden. Dadurch liegen der Stadtverwaltung stets aktuelle Daten für einen ausführlichen Straßenzustandsbericht vor, die nicht mehr in diesem Umfang durch eine externe Firma erhoben werden müssen.
Ein weiterer Vorteil: Der Zustand der Straßen kann nicht nur öfters, nebenher und digital erfasst werden sowie mit einem automatischen Auftragsmanagement verknüpft werden. Die erfassten Daten helfen der Stadt auch bei der Nachweispflicht, wenn es mal zum Dissens mit externen Bauunternehmern kommen sollte. „Durch die Digitalisierung werden wir schneller, effektiver und kostengünstiger“, sagt Christ. Denn hilfreich sind die aktuelleren Daten auch für eine bessere Planung der Straßensanierung – insbesondere, wenn es um die Anmeldung der Kosten im nächsten Haushalt geht.
(Quelle: Stadt Göppingen)
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