28.10.2026 12:37 Uhr
Göppingen, Heiningen und Eschenbach von möglichen Planungen betroffen – Stellungnahme zum Suchgebiet „G2“
Der Verband Region Stuttgart (VRS) sucht derzeit nach geeigneten Standorten für eine Entsorgung mineralischer Abfälle. Im Zuge dieser Standortsuche ist auch eine größere Fläche zwischen Heiningen, Eschenbach und Göppingen St. Gotthardt/Manzen in den Fokus gerückt („Suchgebiet Göppingen 2 - G2“). Für die spätere Ausweisung eines oder mehrerer Standorte in der Region müsste in einem ersten Schritt der Regionalplan durch den VRS geändert werden.
„Eine mögliche Deponie für mineralische Abfälle an dieser Stelle würde unsere Gemeinden und insbesondere die unmittelbar betroffenen Menschen über einen sehr langen Zeitraum beeinträchtigen. Wir sehen die bisherigen Überlegungen des Verbandes daher mehr als kritisch. Es ist wichtig, dass die Menschen das wissen. Aus diesem Grund begrüßen wir die Öffentlichkeit des Verfahrens ausdrücklich“, so Göppingens Oberbürgermeister Alex Maier und die beiden Bürgermeister von Heiningen und Eschenbach, Matthias Kreuzinger und Simone Staib.
Göppingen, Heiningen und Eschenbach stellen nicht grundsätzlich infrage, dass in der Region für die Entsorgung mineralischer Abfälle geeignete Kapazitäten benötigt werden. Entscheidend ist für die betroffenen Gemeinden aber, nach welchen Kriterien ein oder mehrere neue Standorte ausgewählt werden, und, ganz entscheidend, welches Gewicht dabei den tatsächlichen Auswirkungen auf die Menschen vor Ort zukommt.
„Für uns ist diese Fläche nicht einfach ein Punkt auf einer Karte. Das Voralbgebiet ist unsere Heimat. Hier leben Menschen. Und hier befindet sich eine äußerst wertvolle Landschaft, die unsere Gemeinden prägt. Eine Entscheidung über einen Deponiestandort muss deshalb in erster Linie berücksichtigen, was ein solcher Betrieb über einen möglicherweise sehr langen Zeitraum für die Menschen vor Ort bedeuten würde“, betonen Maier, Kreuzinger und Staib.
Der in Betracht kommende, rund 40 Hektar umfassende Suchbereich „G2“ liegt in einer offenen, aus allen Richtungen weithin einsehbaren, landschaftlich sensiblen Lage zwischen Heiningen, Eschenbach und Göppingen St. Gotthardt/Manzen.
In seinem näheren Umfeld befinden sich Wohngebiete. Gleichzeitig wird diese Landschaft von den Menschen vor Ort als Wohnumfeld und Naherholungsraum wahrgenommen und genutzt. Zudem sind qualitativ wichtige landwirtschaftliche Flächen betroffen. Innerhalb und im unmittelbaren Umfeld befinden sich zudem hochwertige Naturschutzflächen und auch das Feuchtbiotop „Rohrwasen“.
Aus Sicht der Kommunen wird der VRS klar dazu aufgefordert, insbesondere die Auswirkungen eines möglichen Deponiebetriebs auf die angrenzende Bevölkerung, die verkehrliche Erschließung, mögliche Immissionen sowie die langfristigen deutlichen Veränderungen des Landschaftsbildes bereits bei einer Standortauswahl betrachtet werden.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum die Belastung lediglich auf eine andere Kommune zu verlagern. „Unsere Gedanken gelten ausdrücklich für alle möglichen Standorte und für die jetzt betroffenen Kommunen in der Region. Natur-, Arten- und Landschaftsschutz sind wichtige Belange – aber der Mensch muss im Vordergrund stehen. Bei einer Standortsuche darf nicht allein auf gesetzliche Vorschriften abgestellt werden. Zuerst müssen die Menschen sowie ihre Wohn- und Lebensqualität bei einer Standortentscheidung das größte Gewicht haben. Wo eine besonders belastende Konstellation für die Wohnbevölkerung entstehen könnte, muss dies bei den Überlegungen des VRS entsprechend berücksichtigt werden.“, so Maier, Kreuzinger und Staib.
Die Stadt Göppingen sowie die Gemeinden Heiningen und Eschenbach erwarten deshalb vom VRS eine ergebnisoffene, nachvollziehbare und transparente Prüfung der in Betracht kommenden Standorte. Die tatsächlichen Auswirkungen auf die Bevölkerung, die verkehrliche Situation, mögliche Immissionen, das Landschaftsbild und die Naherholung müssen dabei bereits jetzt angemessen berücksichtigt werden.
„Diesen Eindruck haben wir bislang vom VRS und dem vorliegenden Gutachten leider nicht: Unsere Bürgerinnen und Bürger sollen nicht erst erfahren, was im Raum steht, wenn wesentliche Weichen bereits gestellt sind. Sie sollen das weitere Verfahren nachvollziehen, Fragen stellen und sich eine eigene Meinung bilden können“, so Maier, Kreuzinger und Staib.
Die Stadt Göppingen und die Gemeinden Heiningen und Eschenbach werden das weitere Verfahren eng begleiten und alle fachlichen und rechtlichen Möglichkeiten nutzen, um die Interessen ihrer Bürgerinnen und Bürger zu vertreten.
(Quelle: Stadt Göppingen sowie Gemeinden Heiningen und Eschenbach)
Interessant? Sags weiter: